<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Claudia Reimer</title>
	<atom:link href="http://www.claudia-reimer.de/wp/?feed=rss2" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.claudia-reimer.de/wp</link>
	<description>"Heut' mach ich mir kein Abendbrot, heut' mach ich mir Gedanken." Wolfgang Neuss</description>
	<lastBuildDate>Sun, 18 Mar 2012 13:07:36 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Island</title>
		<link>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=76</link>
		<comments>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=76#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 13:40:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=76</guid>
		<description><![CDATA[Von all den Pl&#228;tzen, die ich bisher gesehen habe, ist Island mein pers&#246;nlicher Favorit. Und ich kann noch nicht einmal genau sagen, warum?
Das erste Mal betrat ich isl&#228;ndischen Boden in Akyreiri. Und mir verschlug es sofort den Atem!
Da liegt die kleine Stadt vor einem und rechts und links davon ist&#8230; Landschaft. Unverbaute, unendliche Landschaft.
Der Himmel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von all den Pl&#228;tzen, die ich bisher gesehen habe, ist Island mein pers&#246;nlicher Favorit. Und ich kann noch nicht einmal genau sagen, warum?</p>
<p>Das erste Mal betrat ich isl&#228;ndischen Boden in Akyreiri. Und mir verschlug es sofort den Atem!<br />
Da liegt die kleine Stadt vor einem und rechts und links davon ist&#8230; Landschaft. Unverbaute, unendliche Landschaft.<br />
Der Himmel war strahlend blau, es waren 16°C angezeigt und wir hatten uns in unsere Winterjacken gemummelt, nur um sie 5 Minuten sp&#228;ter zu &#246;ffnen: 16° in Island sind nicht vergleichbar mit 16° auf dem Kontinent&#8230; es f&#252;hlte sich an, wie ein warmer Fr&#252;hlingstag und tats&#228;chlich sa&#223;en wir wenig sp&#228;ter auf der Terrasse eines Cafés.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Eindruck dieser wunderbaren Landschaft verst&#228;rkte sich sp&#228;ter noch, als wir die sogenannten „Golden Circle Tour“ machten. Dabei ging es von Reykjavik im Bus erst zum „Thingvellir“, dann zum Gulfoss Wasserfall und zum Abschlu&#223; zu den Geysiren.<br />
Auf dem Weg zum Thingvellir, dem Freiluftparlament der Isl&#228;nder, kamen wir an der Stelle vorbei, wo die Europ&#228;ische und die Amerikanische Kontinentalplatten aufeinander treffen, bzW auseinander driften.<br />
Der Weg zum Thingvellir ist ein schmaler Pfad, der zwischen ca 5m hohen, schwarzen Felsw&#228;nden auf die Ebene f&#252;hrt. W&#228;hrend ich mit Scharen von Touristen hinunter wandere, stelle ich mir vor, wie die Wikinger mit ihren Pferden diese Strecke entlang ritten und h&#246;re in meinem inneren Ohr das Klirren von Metall, das Klappern der Hufen und rauhe Stimmen rufen, bevor sich pl&#246;tzlich -Aaaaah!- die Felsen zu einer weiten Ebene hin &#246;ffnen.<br />
Wo jetzt nur Landschaft ist, lagerten damals alle Isl&#228;nder. Der Thing war einmal im Jahr ihre Versammlung, hier wurde Recht gesprochen &#8211; man kannte damals noch kein geschriebenes Gesetz, am Anfang der Versammlung sagte der gew&#228;hlte Richter, unterst&#252;tzt von 2 Helfern, alle Gesetze auf, vermutlich stand er dabei -wie alle Redner- mit dem R&#252;cken zur Ebene und sprach gegen eine Felswand, die dann seine Stimme reflektierte.<br />
Hier wurden aber auch Ehen geschlossen und alle wichtigen Dinge des sozialen Miteinanders geregelt.<br />
Tats&#228;chlich fand hier auch eine Versammlung statt, als die Isl&#228;nder ihre Unabh&#228;ngigkeit beschlossen. Sie taten dies mitten in den Kriegswirren des Jahres 1944, als sich auf dem Festland niemand so recht f&#252;r Island interessierte, aber sie blieben bis heute unabh&#228;ngig. Nur das Parlament befindet sich mittler Weile unter „Dach und Fach“ in Reykjavik.</p>
<p>Der Weg zum Gulfoss Wasserfall f&#252;hrt uns mitten durch die Landschaft, die ich &#8211; als erkl&#228;rter Vulkanlandschafts-Fan &#8211; hochgradig spannend finde: wie alle Vulkanlandschaften (?) ist sie wellig, die Berge werfen sanfte Falten, manche sind mit Lavastaub bedeckt und schwarz, manche sind moosbewachsen. Dieses Moosgr&#252;n marmoriert in mindestens 7 verschiedenen Schattierungen das Ockerbraun.<br />
Die Fl&#252;sse und Seen sind tiefdunkelblau, es gibt karstige Lavafelder, die mit schwefelgelben Flechten &#252;berwachsen sind und weite, weite gr&#252;ne Ebenen.<br />
Es ist eine „Herr der Ringe“-Landschaft und ich erwarte jederzeit berittene Armeen &#252;ber die H&#252;gel galoppieren zu sehen, stattdessen grasen &#252;berall Islandpferde und Schafe&#8230; ich traue mich nicht, die Augen zu schlie&#223;en, aus Angst etwas zu verpassen.</p>
<p>Der Gulfoss Wasserfall ist unglaublich beeindruckend. Zun&#228;chst sieht man nichts. Lauter flache Landschaft, dann pl&#246;tzlich ein Schnitt, eine Schlucht, ein Flu&#223; und da tobt er! Nicht besonders hoch, aber breit, gewaltig und laut.<br />
In der aufwirbelnden Gischt Regenb&#246;gen.</p>
<p>Die Geysire m&#252;ssen sein, schlie&#223;lich wird Erdw&#228;rme schon lange von den Isl&#228;ndern genutzt. &#220;ber dreiviertel der isl&#228;ndischen Haushalte heizt mit W&#228;rme aus Thermalenergie. Das Spektakel am Geysirfeld: ein kleiner See, knapp 2m Durchmesser, langsam bildet sich in der Mitte eine Blase, die langsam gr&#246;&#223;er wird und dann pl&#246;tzlich Pawammm! schie&#223;t eine Wassers&#228;ule in die H&#246;he!</p>
<p>Im langsam schwindenden Licht geht es zur&#252;ck nach Reykjavik und ich bin erf&#252;llt von Eindr&#252;cken und sicher: hier will ich noch einmal l&#228;nger hin!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.claudia-reimer.de/wp/?feed=rss2&#038;p=76</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Eidfjord</title>
		<link>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=82</link>
		<comments>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=82#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 13:28:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=82</guid>
		<description><![CDATA[Das Wetter, morgens bew&#246;lkt, klart im Laufe des Tages immer mehr auf und beschert uns einen wunderbaren Sommertag. Mit 22°C leidlich warm, leicht bew&#246;lkt, ein klarer Blick auf die Berge und den Fjord.
Wir entscheiden uns f&#252;r einen Gang die Stra&#223;e am Fjord entlang.
Ruhe.
Eine tiefe Stille, wie ich sie sonst nur vom Gipfel eines Berges kenne. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Wetter, morgens bew&#246;lkt, klart im Laufe des Tages immer mehr auf und beschert uns einen wunderbaren Sommertag. Mit 22°C leidlich warm, leicht bew&#246;lkt, ein klarer Blick auf die Berge und den Fjord.<br />
Wir entscheiden uns f&#252;r einen Gang die Stra&#223;e am Fjord entlang.<br />
Ruhe.<br />
Eine tiefe Stille, wie ich sie sonst nur vom Gipfel eines Berges kenne. Die ab und an vorbeifahrenden Autos h&#246;rt man schon lange bevor sie einen &#252;berholen.<br />
Zwischen diesen kleinen „St&#246;rungen“ zwitschert ab und an mal ein Vogel, das Wasser auf dem Fjord ist fast spiegelglatt, Kanuten ziehen vorbei und wir beneiden sie darum, da&#223; sie die Weite auf dem Wasser genie&#223;en k&#246;nnen.</p>
<p>Typisch nordische Holzh&#228;user mit Anlegestelle zu unserer Linken, in einem Garten wachsen saftige Pflaumen in dicken Trauben.<br />
Schlie&#223;lich ein schmaler Strand im Schatten eines Berges und wir halten die F&#252;&#223;e ins eiskalte Fjordwasser. Der Sand ist grob und ich finde Miesmuschelschalen. Etwas weiter ein genau so schmaler Strand mit Sonnenschein. wieder setzen wir uns eine Weile hin. Am gegen&#252;berliegenden Ufer st&#252;rzt ein Wasserfall in die Tiefe, einer von diesen typisch norwegischen Wasserf&#228;llen, die so unglaublich schmal und wenig beeindruckend aussehen, aber sein Rauschen h&#246;ren wir bis zum Strand.<br />
Die Aussicht macht allen typischen kitschigen Postkarten kr&#228;ftig Konkurrenz. </p>
<p>Wie mu&#223; es sein, hier zu leben? In einem dieser roten Holzh&#228;user, die man ab und an irgendwo am Ufer oder am Hang sieht, kilometerweit von jeglicher Zivilisation entfernt?<br />
Wie &#252;bersteht man die Winter wenn es den ganzen Tag dunkel ist und man nicht mal eben einkaufen fahren kann?<br />
Gibt es im norwegischen ein Wort f&#252;r Nachbarschaftsstreit?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.claudia-reimer.de/wp/?feed=rss2&#038;p=82</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hop on &#8211; and never off!</title>
		<link>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=81</link>
		<comments>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=81#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 13:18:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=81</guid>
		<description><![CDATA[In jeder Stadt wird einem mittler Weile mindestens eine &#8220;Hop on-hop off&#8221;-Tour angeboten. Die Modalit&#228;ten sind unterschiedlich, aber man zahlt f&#252;r so einen Bus eine gewisse Summe und kann &#8211; je nach Gr&#246;&#223;e der Stadt &#8211; den ganzen Tag (oder l&#228;nger) damit herum fahren, verschiedene Strecken w&#228;hlen, aussteigen und wieder einsteigen&#8230; wenn, ja wenn denn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In jeder Stadt wird einem mittler Weile mindestens eine &#8220;Hop on-hop off&#8221;-Tour angeboten. Die Modalit&#228;ten sind unterschiedlich, aber man zahlt f&#252;r so einen Bus eine gewisse Summe und kann &#8211; je nach Gr&#246;&#223;e der Stadt &#8211; den ganzen Tag (oder l&#228;nger) damit herum fahren, verschiedene Strecken w&#228;hlen, aussteigen und wieder einsteigen&#8230; wenn, ja wenn denn genug Platz im Bus ist. </p>
<p>Meine erste Erfahrung mit einem dieser Gef&#228;hrte war recht ungew&#246;hnlich: wir waren in Lissabon und w&#228;hlten die „Greyline“, die 3 verschiedene Strecken anbietet: die rote f&#252;hrt bis nach Belem, die blaue geht ins Barrio Alto und bis zum Expo-Gel&#228;nde und eine gr&#252;ne Tour soll zum Castell und durch das Alfama Viertel f&#252;hren. Diese Tour wird mit kleinen Bussen durchgef&#252;hrt, die besser durch die kleinen Gassen passen.<br />
Wir w&#228;hlten die blaue Tour, allerdings hatte unser Bus anderes vor: statt ins Barrio Alto abzubiegen, fuhr er weiter geradeaus die Strecke entlang, die wir schon mehrfach in anderer Richtung in die Stadt genommen hatten&#8230; am Torre de Bèlem drehte der Bus endlich und fuhr Richtung Innenstadt. Als wir dort an einem der Knotenpunkte auf die andere Linie umsteigen wollten wurde uns mitgeteilt, dies sei die blaue Linie. Auf unseren Einwand, da&#223; wir aber gerade die rote Strecke gefahren seien, wurde nicht weiter eingegangen.<br />
So blieben wir also sitzen um dann, nach einer Schleife durch das Expo Gel&#228;nde, im Zentrum zu versuchen auf die gr&#252;ne „Castle-Line“ umzusteigen. Die Busse fuhren im Halbstundentakt und wir mussten nach 3 vergeblichen Versuchen aufgeben, da die Busse hoffnungslos &#252;berf&#252;llt waren und es keinen Anschein machte, als ob sich dies bessern w&#252;rde&#8230;<br />
Immerhin haben wir an diesem Tag von Westen bis Norden die Stadt durchquert und Einiges gesehen.</p>
<p>In New York w&#228;hlten wir f&#252;r 50,-$ das Drei-Tage-Ticket von &#8220;City Sights&#8221;, man bietet mehrere Strecken an: Up-Town, Down-Town, Brooklyn sowie eine Lichter-Fahrt mit einem Schiff.<br />
Der Ticketverk&#228;ufer versichert uns, da&#223; man ganz bequem die Downtown-Tour machen und dann zur Brooklyn Tour umsteigen k&#246;nne. Kaum sitzen wir aber im Bus, sagt der Reiseleiter, nein, nein die Brooklyn-Tour w&#252;rde man wohl nicht mehr erreichen, da die letzte Tour ja schon in einer Stunde ginge und wir es bis dahin auf keinen Fall zum Battery Park schafften.<br />
Das ist insofern &#228;rgerlich, als da&#223; wir, h&#228;tten wir die Metro genommen, durchaus p&#252;nktlich am Battery Park gewesen w&#228;ren. Wir bleiben im Bus, der durch Stra&#223;ensprerrungen gezwungen ist, eine andere Strecke zu fahren, als angezeigt.<br />
Am n&#228;chsten Tag entscheiden wir uns f&#252;r die Uptown Tour und haben Gl&#252;ck!<br />
Die Schlange vor der Haltestelle ist ziemlich lang und es ist niemand da, der die Wartenden organisiert. 2 Busse fahren einfach weiter &#8211; wahrscheinlich sind sie voll &#8211; der dritte h&#228;lt, hat aber nicht genug Platz f&#252;r alle Wartenden. Mit Ach und Krach schaffen wir es in den folgenden Bus, der dann auch gleichzeitig der Letzte ist, der die Strecke f&#228;hrt.<br />
Und auch dieser Bus f&#228;hrt nach einigen Stops einfach durch, weil kein Platz mehr f&#252;r neue Passagiere ist&#8230;</p>
<p>Fazit: die Idee ist OK und wenn man viel Zeit hat, auf freie Busse zu warten auch OK. Ist man einmal im Bus und steigt nicht aus, kann man eine gute &#220;bersicht  &#252;ber eine Stadt bekommen.<br />
Man mu&#223; aber auch damit rechnen viel Geld f&#252;r wenig Leistung zu bezahlen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.claudia-reimer.de/wp/?feed=rss2&#038;p=81</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>New York</title>
		<link>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=77</link>
		<comments>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=77#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 13:16:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=77</guid>
		<description><![CDATA[Ich wollte niemals nach New York.
Das stimmt nicht so ganz. Ich wollte nach New York, weil mir mal jemand gesagt hatte: „Wenn Du London magst, wirst Du New York lieben!“ und ich mag London nicht, ich liebe es!
Wie mu&#223; dann erst New York sein?&#8230; dachte ich.
Bis eine Freundin, die ebenfalls eine London-Verliebte ist in New [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wollte niemals nach New York.<br />
Das stimmt nicht so ganz. Ich wollte nach New York, weil mir mal jemand gesagt hatte: „Wenn Du London magst, wirst Du New York lieben!“ und ich mag London nicht, ich liebe es!<br />
Wie mu&#223; dann erst New York sein?&#8230; dachte ich.<br />
Bis eine Freundin, die ebenfalls eine London-Verliebte ist in New York war und nur den Kopf sch&#252;ttelte.<br />
Sie liebt weiterhin London und New York l&#228;sst sie kalt.<br />
Also wollte ich auch nicht mehr so dringend da hin. </p>
<p>Nun, nachdem ich ein paar Mal in New York war, kann ich sagen: ich sehe &#252;berhaupt keine Gemeinsamkeit zwischen diesen beiden St&#228;dten. Sie sind so unterschiedlich wie &#8230; England und Amerika &#8211; selbst die Sprache ist nur so ungef&#228;hr &#228;hnlich.</p>
<p>Mein erster Eindruck von New York: ich f&#252;hle mich sicher. Die einfache Gitterstruktur der Stra&#223;en macht es leicht, sich zu orientieren.<br />
Obwohl die Stadt gro&#223; ist, kann man sich alles gut erlaufen. OK, ich habe nach dem ersten Tag Blasen an den F&#252;&#223;en.</p>
<p>Was bei mir ausbleibt, ist der Wow!-Effekt von dem mir viele Kollegen berichten, die die Hochh&#228;user so unglaublich beeindruckend finden&#8230; &#252;berhaupt bleibt eine gewisse &#220;berraschung aus, denn: es sieht alles aus, wie im Fernsehen. </p>
<p>Auch die Sehensw&#252;rdigkeiten bieten, was sie versprechen: den sensationellen Blick vom Top of the Rocks oder Empire State, die gr&#252;ne Lunge des Central Parks, das heimelige „Village“, das Gewusel in „China Town“ und „Little Italy“, der morbide Charme Coney Islands im Herbst, der blinkende Times Square bei Nacht es ist alles genau so wie man es aus dem Kino oder dem Fernsehen kennt.<br />
Nicht weniger, aber auch nicht mehr.<br />
Nur die Eisbahn vor dem Rockefeller Center ist anders als in den zahlreichen Filmen: kleiner&#8230;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.claudia-reimer.de/wp/?feed=rss2&#038;p=77</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Broadway, Baby!</title>
		<link>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=80</link>
		<comments>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=80#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 13:15:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=80</guid>
		<description><![CDATA[Ich bin nicht so wahnsinnig zu versuchen, jede Show zu sehen, die der Broadway zu bieten hat. In diesem Jahr fiel mir die Auswahl sogar schwerer, als im letzten, weil kein richtiges Glanzlicht dabei zu sein schien. 
Sehr gespannt war ich eigentlich auf „Spiderman“ von dem man ja viel geh&#246;rt hat: teuerste Produktion jemals am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin nicht so wahnsinnig zu versuchen, jede Show zu sehen, die der Broadway zu bieten hat. In diesem Jahr fiel mir die Auswahl sogar schwerer, als im letzten, weil kein richtiges Glanzlicht dabei zu sein schien. </p>
<p>Sehr gespannt war ich eigentlich auf „Spiderman“ von dem man ja viel geh&#246;rt hat: teuerste Produktion jemals am Broadway, einmal in der Produktion fast pleite gegangen, July Taymore kurz vor der Premiere gefeuert&#8230; nun, glaube ich den Kollegen die es sahen (und ich glaube ihnen) ist es vor allem die langweiligste Show des Broadways und sie waren froh, nicht mehr als 40,-$ f&#252;r die Karten bezahlt zu haben.<br />
Technisch mu&#223; es wirklich beeindruckend sein, aber die Story und die Musik rei&#223;en das nicht raus.<br />
Also spare ich mir die 40,-$ lieber.</p>
<p>Meine Wahl fiel zun&#228;chst auf „Priscilla &#8211; Queen of the Desert“. Ich habe den Film leider nicht gesehen, kann also keinen Vergleich ziehen, wohl aber sagen, da&#223; wir eine Menge Spa&#223; hatten. Obwohl alles so simpel aussieht, steckt ein unglaublich technischer Aufwand dahinter: die drei Diven, die immer dann singen, wenn ein Travestie-K&#252;nstler nicht selber singt, schweben Anfangs vom Schn&#252;rboden herein, der Bus ist mit einer LED verkleidet, so da&#223; er sp&#228;ter pink leuchten kann, auf dem Bus ist irgendwann ein riesiger Pumps befestigt, der  &#252;ber das Busdach hinaus bis &#252;ber den Orchestergraben f&#228;hrt und und und und erst die Kost&#252;me!</p>
<p>Die Kost&#252;me in den Travestie-Nummern toppen sich gegenseitig. Auch wenn ich mir vorstelle, da&#223; so mancher der (unglaublich gut durchtrainierten) T&#228;nzer sich denkt: „Daf&#252;r habe ich also 15 Jahre Ballett gemacht, damit ich jetzt als &#252;bergro&#223;er Muffin mit Kerze auf dem Kopf Walzer tanze!“<br />
Es glitzert, federt und blinkt also an allen Ecken und Enden, die Musik besteht aus lauter Disco-Hits, gute Laune ist vorprogrammiert und an zwei Stellen kann man auch ein Tr&#228;nchen der R&#252;hrung verdr&#252;cken.</p>
<p>Tagelang lachte ich noch &#252;ber „Pop Music“, eine Nummer, die von einer kleinen asiatischen Mail-Order-Braut gesungen wird und die dabei vorf&#252;hrt, wo und wie sie &#252;berall Tischtennisb&#228;lle ploppen lassen kann&#8230;</p>
<p>Als zweite Show sah ich „Follies“. Eine ganz andere Art, schon allein wegen der Musik von Stephen Sondheim, eher ein Musical im klassischen Sinn.<br />
Und hier kam wieder zusammen, was mich schon letztes Jahr in „Addams Family“ faszinierte: man sieht, da&#223; die Darsteller hier wirklich alles Spiel, Gesang und Tanz beherrschen. Bernadette Peters ist eine DER Musicaldarstellerinnen, genau so Elaine Page, die erste Evita oder Jan Maxwell &#8230;  Sie sind aber nicht nur gesanglich einwandfrei sondern auch spielerisch tadellos!</p>
<p>Das St&#252;ck handelt von den „Follies“ (in Anlehnung an die Ziegfeld-Follies), die 30 Jahre nach ihrer letzten Show wieder in ihrem alten Theater zusammenkommen um vor der endg&#252;ltigen Schlie&#223;ung und dem Abriss des Hauses noch einmal zu feiern. Erinnerungen werden wach, alte Liebe wiederentdeckt, es wird sich noch einmal gezofft und am Ende bleibt alles beim Alten.</p>
<p>Das ganze Theater wird in die Show einbezogen: die W&#228;nde  und die Decke sind mit grauem, verschossenen Stoff verh&#228;ngt, w&#228;hrend des Einlasses h&#246;ren wir hallende Steppschritte, wie aus einer fernen Erinnerung.<br />
W&#228;hrend des St&#252;cks, das (mit Ausnahme einer Art Traumsequenz) ausschlie&#223;lich auf der grauen Hinterb&#252;hne des Theaters spielt, bewegen sich T&#228;nzerinnen in glamour&#246;sen aber grau-schwarz gehaltenen Showkost&#252;men in Zeitlupe &#252;ber die B&#252;hne und auf der Galerie des B&#252;hnenbildes, wie die Schatten der Erinnerung an die glanzvollen Zeiten.</p>
<p>Diese „Schatten“ werden als Doppelbesetzung ganz konkret. Wenn die „alten „Follies“ sich noch einmal an ihre Choreographie erinnern und tanzen, tanzen da pl&#246;tzlich die „jungen“ Follies in ihren Federkost&#252;men die Kick-Line mit.<br />
Und auch in den Spielszenen wird diese Doppelb&#246;digkeit beibehalten: es gibt zu den Protagonisten Sally, Phyllis, Ben und Buddy jeweils ihre jungen „Ichs“ die zeigen, „wie es damals war“.</p>
<p>Die Spieszenen haben es in sich. Es beginnt, wie eine Noël Coward Konversations-Kom&#246;die und wird schnell b&#246;sartiger Tennessee Williams, oder wahrscheinlich eher Strindberg.<br />
Die Songs klingen -typisch Sondheim- leicht, sind aber &#8211; typisch Sondheim &#8211; hochanspruchsvoll sie passen vom Text und Rhythmus ins St&#252;ck, und f&#252;hren die Handlung wie ein Monolog weiter.<br />
Wenn Buddy mit „The Wrong Girl“ alleine die B&#252;hne rockt oder „Phyllis“ sich mit „Could I Leave You?“ mit Ben auseinandersetzt, ist das, obwohl ein Song, ganz gro&#223;es Theater.</p>
<p>Die alten Follies sind &#252;brigens alles gestandene Frauen, denen man ihr Alter (also 45+) auch k&#246;rperlich ansieht: da tr&#228;gt keine Gr&#246;&#223;e 32 (naja, au&#223;er Jan Maxwell und Bernadette Peters), eher 42 und mehr, aber sie alle tanzen und steppen mit Anmut und Leichtigkeit.</p>
<p>Der Fairness halber seien hier auch die beiden m&#228;nnlichen Hauptrollen namentlich erw&#228;hnt: Ron Raines spielt den Ben und Danny Burstein den Buddy. Wahrscheinlich stelle ich irgendwann wie bei Nathan Lane fest, da&#223; ich beide aus Film und Fernsehen kenne.</p>
<p>Dieses St&#252;ck wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in Deutschland sehen. Sondheims Musik ist zu anspruchsvoll f&#252;r das La-La-La-gew&#246;hnte-Andrew-Lloyd-Webber-Musical-Publikum. Au&#223;er „Losing My Mind“, das glaube ich durch Liza Minelli einige Bekanntheit erreichte, ist kein Ohrwurm dabei, den man summt, wenn man aus dem Theater kommt.<br />
Und ich kann mir nicht vorstellen, welche 10 deutschen Schauspielerinnen man besetzen k&#246;nnte?<br />
Man stelle sich &#252;berhaupt mal vor: die Besetzungsliste (ohne Ensemble!) umfasst 31 Leute, dazu noch 15 Mann und Frau Ensemble plus Orchester&#8230;! Wahrscheinlich kann sich gar kein deutsches Theater so eine Produktion &#252;berhaupt leisten.<br />
Dieser Abend war seine 79,-$ (Rang Mitte- das ist ziemlich weit hinten- links) wert!</p>
<p>„Seminar“ ist das einzige reine Sprechtheater St&#252;ck, das ich sehe. Es ist eine Preview und wir zahlen 81,-$ pro Karte im Rang&#8230; denn es spielen Alan Rickman, Jerry O&#8217;Connell, Hamish Linklater, Lily Rabe und Hettienne Park, alles durch Film und Fernsehen bekannte Schauspieler, die hier beweisen, da&#223; es keinen Unterschied zwischen B&#252;hnen- oder Film-, sondern nur einen zwischen guten oder schlechten Schauspielern gibt.<br />
Der Abend ist &#8211; im Gegensatz zu vielen vergleichbaren deutschen Produktionen in denen man &#8220;gro&#223;e Namen&#8221; engagiert, um Publikum zu ziehen &#8211; gro&#223;artig.</p>
<p>Ein weiteres Show-Highlight war der Besuch von „Eileens Stardust“. ein klassisches 50er Jahre Diner in dem die Kellner singen. Und zwar richtig gut singen. Weil sie n&#228;mlich eigentlich Musicaldarsteller sind.<br />
Nach Ende der Broadway Shows, also so gegen 23:00 am Samstag Abend gibt es einen Showblock. Und w&#228;hrend man seinen Burger verzehrt kann man ausgezeichneten Leuten zuh&#246;ren.<br />
Es gibt keine B&#252;hne, nur einen maximal 30 cm breiten Steg zwischen den R&#252;ckenlehnen der Mittelb&#228;nke, auf dem die S&#228;nger stehen, wenn sie nicht durchs Lokal laufen. Moderiert wird alles von einem &#228;lteren Herrn in wei&#223;em Dinnersakko. Nach dem Showblock geht ein Sektk&#252;bel rum, in dem ausschlie&#223;lich die Trinkgelder f&#252;r die S&#228;nger gesammelt werden. Daraus finanzieren sie Gesangs- oder Schauspielstunden</p>
<p>In den letzten Jahren haben es immer wieder Leute von „Eileens“ an den Broadway geschafft. Eine sah ich wohl letztes Jahr als Wednesday in „Addams Family“ eine singt derzeit als Schwester Mary Robert in „Sister Act“&#8230; </p>
<p>Es wundert mich, da&#223; diese Idee es noch nicht nach Deutschland geschafft hat? Gerade eine (hahaha) Musical-Hauptstadt wie Hamburg mit 3 Musical Schulen hat doch genug Potential!</p>
<p>Jedenfalls bin ich mit meinen Broadway Erlebnissen sehr zufrieden. Musical in America ist nicht vergleichbar mit Musical in Deutschland. Es hat sich hier aus einer Theatertradition entwickelt (vielleicht ein &#196;quivalent zu unseren deutschen Operetten) in denen man rundum gut ausgebildete Leute braucht.<br />
Schwer vorstellbar erscheint mir, da&#223; hier irgendein nicht-akzentrei-englisch sprechender Darsteller eine Hauptrolle bekommt und von einem nicht-englisch sprechenden Regisseur inszeniert wird&#8230;<br />
Schaut man sich die Lebensl&#228;ufe der Broadway-Darsteller an, kann man sehen, da&#223; sie nicht ausschlie&#223;lich Musical, sondern auch Theater, Film und Fernsehen spielen.<br />
Musicals haben hier allerdings nur eine begrenzte Haltbarkeit und sind kein Garant f&#252;r eine langfristige Besch&#228;ftigung.<br />
Als Darsteller hier leben m&#246;chte ich nicht, aber als Zuschauer bin ich sehr, sehr dankbar!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.claudia-reimer.de/wp/?feed=rss2&#038;p=80</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Charleston</title>
		<link>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=88</link>
		<comments>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=88#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 13:10:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=88</guid>
		<description><![CDATA[Ich wollte nie in die USA &#8211; au&#223;er vielleicht nach New Orleans, wegen der St&#252;cke von Tennessee Williams und um die Athmosph&#228;re dort zu sp&#252;ren, die er so eindringlich beschreibt.
Wahrscheinlich bin ich einer von nur 10 Deutschen, die „Vom Winde verweht“ auch als Buch gelesen haben. Damals war ich 18 und viel ist mir nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wollte nie in die USA &#8211; au&#223;er vielleicht nach New Orleans, wegen der St&#252;cke von Tennessee Williams und um die Athmosph&#228;re dort zu sp&#252;ren, die er so eindringlich beschreibt.</p>
<p>Wahrscheinlich bin ich einer von nur 10 Deutschen, die „Vom Winde verweht“ auch als Buch gelesen haben. Damals war ich 18 und viel ist mir nicht mehr erinnerlich, au&#223;er den endlosen Schlacht-Beschreibungen in deren Mittelpunkt Charleston steht. Es mag daran liegen, da&#223; ich eine pulsierende Metropole erwarte?</p>
<p>Charleston ist anders, zumindest der kleine Teil, den ich davon sehe. Es macht den Eindruck einer, gem&#252;tlichen und sehr reichen kleinen Stadt mit wundersch&#246;nen Villen bei denen so manche Terrasse gr&#246;&#223;er ist, als eine gew&#246;hnliche deutsche Einzimmerwohnung. Dies sind nur die kleinen H&#228;user, die gro&#223;en Plantagen befinden sich au&#223;erhalb. Eine freundliche Amerikanerin erkl&#228;rt uns, dies seien die Villen Zuckerrohr- und anderer Plantagenbesitzer „Cotton is more bossy.“</p>
<p>Wir fr&#252;hst&#252;cken in „Joe‘s Diner“. Der Laden ist klein und auf Grund seiner N&#228;he zur Universit&#228;t immer gut gef&#252;llt. Zwischen den Tischen wuseln mindestens 4 Kellnerinnen umher, was f&#252;r einen Laden dieser Gr&#246;&#223;e viel Personal und der neuerliche Beweis ist, da&#223; Arbeit in den USA nichts kostet.<br />
Auf den Tischen karierte Tischdecken mit L&#246;chern, davor durchgesessene Lederb&#228;nke, am Tresen sitzend, kann man dem Koch auf die Finger gucken, wie er Speck und Eier br&#228;t, die Buttermilchwaffeln macht oder Sandwiches belegt.<br />
Die Kellnerinnen bieten automatisch „Refill“ mit dem f&#252;r die USA so typischen d&#252;nnen Kaffee an.<br />
Es ist eine Szene, wie aus einem Film, aber ich sitze mitten drin.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.claudia-reimer.de/wp/?feed=rss2&#038;p=88</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Karibik</title>
		<link>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=83</link>
		<comments>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=83#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 13:09:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=83</guid>
		<description><![CDATA[Ja, es gibt sie, die Str&#228;nde, die wir uns vorstellen, wenn wir das Wort „Karibik“ h&#246;ren.
Str&#228;nde mit feinem, wei&#223;en, pudrigen oder grobem wei&#223;em oder buntem, blau und rosa gesprenkeltem Sand und Wasser dessen Farbe von hellt&#252;rkis bis dunkelblau changiert unter strahlend blauem Himmel (schei&#223;ehei&#223;) oder einem Himmel &#252;ber den gem&#252;tlich Sch&#228;fchenwolken ziehen (gerade mal so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, es gibt sie, die Str&#228;nde, die wir uns vorstellen, wenn wir das Wort „Karibik“ h&#246;ren.</p>
<p>Str&#228;nde mit feinem, wei&#223;en, pudrigen oder grobem wei&#223;em oder buntem, blau und rosa gesprenkeltem Sand und Wasser dessen Farbe von hellt&#252;rkis bis dunkelblau changiert unter strahlend blauem Himmel (schei&#223;ehei&#223;) oder einem Himmel &#252;ber den gem&#252;tlich Sch&#228;fchenwolken ziehen (gerade mal so ertr&#228;glich), Str&#228;nde, die kilometerlang sind, oder kleine sch&#246;ne Buchten mit und ohne Palmen&#8230;</p>
<p>Wo bleibt das „aber“?<br />
Hier kommt es:</p>
<p>diese Str&#228;nde sind selten so leer wie man das auf Photos immer sieht.<br />
Ist es irgendwo nett, sind die Sonnenliegen und -schirmverleiher schon da. Es gibt (mindestens) eine H&#252;tte mit Rumcocktails und ein Restaurant deren Musik, die &#252;ber die Idylle schallt.<br />
Hat man ganz gro&#223;es Pech, werden einem von fliegenden H&#228;ndlern in beliebiger Reihenfolge Schmuck (Einheitsware), Sonnenbrillen (Touristenqualit&#228;t), T&#252;cher, Fl&#246;ten oder Eis angeboten&#8230; </p>
<p>Das liegt daran, da&#223; es auf den meisten (aber nicht allen) Inseln au&#223;er den wundersch&#246;nen Str&#228;nden mit pudrigem, oder grobem, wei&#223;em oder buntem blau und rosa gesprenkelten Sand und Wasser dessen Farbe von hellt&#252;rkis bis dunkelblau changiert und strahlend blauem Himmel nichts gibt.<br />
Keine Ruinen von Ureinwohnern, keine Altstadt, das ein oder andere Castell, eine oder mehrere Kirchen und je nach Insel von Engl&#228;ndern, Franzosen oder Holl&#228;ndern gebaute pittoreske Stadtkerne.</p>
<p>L&#228;sst das Klima es zu, gibt es einen Regenwald, den man zum Ausgleich erwandern kann. Wenn nicht, legt man sich an den Strand mit feinem, wei&#223;en, pudrigen oder grobem wei&#223;em oder buntem, blau und rosa gesprenkeltem Sand und Wasser dessen Farbe von hellt&#252;rkis bis dunkelblau changiert&#8230;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.claudia-reimer.de/wp/?feed=rss2&#038;p=83</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Dubai</title>
		<link>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=79</link>
		<comments>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=79#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 12:27:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=79</guid>
		<description><![CDATA[Jemand hat heute gesagt: &#8220;Dubai sieht aus, wie ein Architekturwettbewerb.&#8221;
Dem ist nichts hinzuzuf&#252;gen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jemand hat heute gesagt: &#8220;Dubai sieht aus, wie ein Architekturwettbewerb.&#8221;<br />
Dem ist nichts hinzuzuf&#252;gen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.claudia-reimer.de/wp/?feed=rss2&#038;p=79</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Luxor</title>
		<link>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=78</link>
		<comments>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=78#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 12:26:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=78</guid>
		<description><![CDATA[Die Fahrt von Safaga nach Luxor dauert gute drei Stunden. Wir brechen fr&#252;h um 7:30 auf. Unsere Reiseleiterin, Dina, ist in Deutschland aufgewachsen, lebt aber jetzt in Kairo und ist ein unerm&#252;dlicher Quell an Wissen. Von ihr erfahren wir, da&#223; der urspr&#252;ngliche Name von Luxor Theben lautet. Damit ist der Ohrwurm f&#252;r den Tag festgelegt:
„Denn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Fahrt von Safaga nach Luxor dauert gute drei Stunden. Wir brechen fr&#252;h um 7:30 auf. Unsere Reiseleiterin, Dina, ist in Deutschland aufgewachsen, lebt aber jetzt in Kairo und ist ein unerm&#252;dlicher Quell an Wissen. Von ihr erfahren wir, da&#223; der urspr&#252;ngliche Name von Luxor Theben lautet. Damit ist der Ohrwurm f&#252;r den Tag festgelegt:<br />
„Denn Theben ist f&#252;r Memphis, da&#223; was Lausanne f&#252;r Genf ist.“</p>
<p>Drei Stunden Fahrt im Bus erschienen mir zun&#228;chst lang, aber der Blick aus dem Fenster ist spannend. Wir verlassen Safaga ziemlich schnell und nehmen Kurs auf die Berge. Safaga selbst wirkt sehr leer, die Berge sehen grau aus.<br />
Ich kenne Karst aus Kroatien. Diese Berge sind anders: es w&#228;chst absolut nichts auf ihnen. Das Grau stellt sich als Beige heraus. Einige Stellen erscheinen r&#246;tlich oder gr&#252;n auch die Struktur der Felsen &#228;ndert sich st&#228;ndig, mal sind es sanfte Linien, als handele es sich um einen erkalteten Lavastrom, mal bizarre Formationen, eckig und schr&#228;g&#8230; die Bergw&#252;ste, durch die wir fahren hat keinen besonderen Namen, man unterscheidet nur drei Arten von W&#252;ste: Berg- Stein- und Sandw&#252;ste &#8211; bestimmte Namen gibt man ihnen nicht, die Steine sind aus unterschiedlichen Mineralien zusammengesetzt und dadurch haben sie verschiedene Farben und Formen.</p>
<p>Nach einer Stunde &#228;ndert sich die Landschaft: die Berge weichen zur&#252;ck, bis sie ein heller Strich am Horizont sind und wir fahren durch Steinw&#252;ste, die sich schnell in Sandw&#252;ste verwandelt.</p>
<p>Ich denke an eine Bekannte, die in der Mongolei war und beschrieb, wie unendlich der Himmel dort wirke.</p>
<p>Nach einer weiteren Stunde sehen wir die ersten gr&#252;nlichen Einsprengsel, die sich sehr schnell zu B&#252;schen formieren und pl&#246;tzlich fahren wir an einem schmalen Flu&#223; entlang und die Landschaft ist gr&#252;n und &#252;ppig: Palmenhaine, Zuckerrohrfelder, am Ufer Bougainvilleen, die in ihrer &#220;ppigkeit in krassem Gegensatz zu den flachen Barracken am Flu&#223;ufer stehen.<br />
Manche dieser Barracken sehen aus, als h&#228;tten sie kein Dach, auf manchen ragen Grundpfeiler f&#252;r ein zweites Stockwerk in die H&#246;he. Von einer Kollegin wei&#223; ich, da&#223; man in &#196;gypten Steuern zahlt, sobald eine Wohnung Fenster hat. Das erkl&#228;rt, warum so viele im Bau befindliche Geb&#228;ude schon bewohnt erscheinen.</p>
<p>Alle paar Kilometer passieren wir Wacht&#252;rme, in denen Soldaten mit Maschinengewehren sitzen.</p>
<p>Auf den Feldern arbeiten die Bauern, alle in den traditionellen Abayas, langen, vorne offenen Gew&#228;ndern. Sie sicheln das Zuckerrohr auf den Feldern und transportieren es auf Mulis oder Lastwagen. Mulis grasen zusammen mit Ziegen am Flu&#223;ufer.</p>
<p>Von den Kolossen von Memmnon, unserem ersten Photostop ist es nur ein Katzensprung ins Tal der K&#246;nige.<br />
Das Tal befindet sich zwischen lauter Bergen aus hellem, beigen Sandstein. Es ist 12:30, die Sonne brennt, der Himmel ist strahlend Blau.<br />
Unserem batteriebetriebenen Bimmelb&#228;hnchen geht auf halber Strecke der Saft aus. Das bedeutet, da&#223; wir ca. 50m zu Fu&#223; gehen m&#252;ssen. </p>
<p>Den Arbeitern, die am Bau der Gr&#228;ber beteiligt waren, hatte man die Augen verbunden und ans Westufer des Nil gebracht, damit sie nicht berichten konnten, wo sie gearbeitet hatten. Wir d&#252;rfen gucken, aber nicht photographieren &#8211; d.h. im Tal ist das Photographieren erlaubt &#8211; in den Gr&#228;bern nicht. </p>
<p>Die Ausgrabungsarbeiten dauern an. Man ist sich sicher, noch nicht alle Gr&#228;ber gefunden zu haben. Die Arbeiter, die wir ebenfalls nicht photographieren d&#252;rfen arbeiten mit Schaufeln und Eimern &#8211; es scheint sich wenig ge&#228;ndert zu haben in den letzten hundert Jahren? Andererseits beginnt man Ausgrabungsarbeiten wahrscheinlich auch nicht gerade mit einem Presslufthammer&#8230;</p>
<p>Unsere Eintrittskarte berechtigt uns zum Besuch von drei Gr&#228;bern. Dina gibt uns Tips, welches die drei interessantesten sind. Zwar befindet sich auch das Grab von Tut Ench Amun hier, aber er war ein vergleichsweise unbedeutender Pharao. Uns erscheint er nur so wichtig, weil seine Grabkammer und die darin enthaltenen Sch&#228;tze so gut erhalten, bzW von Grabr&#228;ubern unber&#252;hrt waren. Also sparen wir uns sein Grab und besichtigen die Gr&#228;ber von Ramses IV, Tutmosis III und Ramses IX (insgesamt gab es 19 Ramsese&#8230;). </p>
<p>Der Weg zum Grab von Tutmosis III f&#252;hrt &#252;ber eine schmale, steile Eisentreppe in die H&#246;he. Man biegt um zwei Ecken (in denen reichlich Postkarten &#8211; Verk&#228;ufer lauern) und steht vor einer schmalen Holztreppe, die steil in eine erste Kammer hinabf&#252;hrt. Davor sitzt der Kartenkontrolleur und verteilt kleine Pappen.<br />
Es ist stickig im Grab.<br />
Und es wird stickiger je tiefer man gelangt.<br />
Im Grab klettert man eine weitere steile sehr, sehr lange Holztreppe hinab, bis man in der Grabkammer ist. Sp&#228;testens jetzt braucht man die Pappen dringend zum F&#228;cheln (wie praktisch, da&#223; ich meinen F&#228;cher ausgerechnet heute nicht dabei habe!). Ein Aufseher leuchtet mit seiner Taschenlampe in den Sarkopharg dessen Deckel eine etwa 4 cm schmale L&#252;cke l&#228;sst, in den die Umrisse des Pharaos gemei&#223;elt sind.<br />
Wir klettern zur&#252;ck nach oben und die mittagshitzige Luft erscheint uns k&#252;hl. Wir sind alle schwei&#223;gebadet.</p>
<p>Alle Gr&#228;ber sind mit gemei&#223;elten Hieroglyphen und Wandmalereien verziert. Obwohl viele der Malereien nicht vollst&#228;ndig erhalten sind, verleihen sie den Gr&#228;bern eine Pracht, die sich mit jeder Rokoko-Kirche messen kann.</p>
<p>In der einen Stunde, die wir Zeit haben, schaffen wir genau die drei empfohlenen Gr&#228;ber. Ein wenig bedauere ich, da&#223; wir weiter m&#252;ssen, allerdings wartet das Mittagessen auf uns! Das Steigenberger in Luxor bietet einen spektakul&#228;ren Blick auf den Nil &#8211; wir essen im „Nubischen Restaurant“ im zweiten Untergescho&#223;.</p>
<p>Nach dem Essen geht es zu unserem letzten Stop: dem Tempel von Karnak.<br />
Ich habe Photos von allem gemacht &#8211; sie werden den Originalen nicht gerecht &#8211; es ist einfach zu beeindruckend! In der untergehenden Sonne bekommt alles einen warmen, orangen Schimmer und die Mauern strahlen die Hitze des Tages ab&#8230; w&#228;hrend die letzten Strahlen der Sonne verblassen erschallt der Ruf des Muezzins&#8230; f&#252;r uns das Zeichen zum Bus zur&#252;ck zu kehren.</p>
<p>Auf unserer R&#252;ckfahrt ist von der Landschaft nichts mehr zu sehen, im Licht der gelben Stra&#223;enlaternen sehen wir, da&#223; die meisten H&#228;user Stromanschlu&#223; haben: aus den Barracken scheint bl&#228;uliches Licht, das auf Leuchtstoffr&#246;hren oder Fernseher hinweist &#8211; vereinzelt sitzen Menschen vor Lagerfeuern am Ufer&#8230; schlie&#223;lich nur noch Dunkel&#8230; ich kehre voller Bilder von &#196;gypten zur&#252;ck. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.claudia-reimer.de/wp/?feed=rss2&#038;p=78</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tanger &#8211; zwei Eindr&#252;cke</title>
		<link>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=87</link>
		<comments>http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=87#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 12:25:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.claudia-reimer.de/wp/?p=87</guid>
		<description><![CDATA[Tanger 08
Seit ich in einem Kochbuch das Photo eines Gew&#252;rzstandes in Marokko sah, wollte ich nach Marokko.
Auf eine Liste „ideale Reisel&#228;nder f&#252;r alleinreisende Frauen“ w&#252;rde Marokko es wahrscheinlich nicht unter die ersten 10 schaffen.
Und so war ich noch nie dort und verga&#223; diesen Wunsch oder ersetzte ihn durch die Idee nach &#196;gypten zu wollen. Auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tanger 08</p>
<p>Seit ich in einem Kochbuch das Photo eines Gew&#252;rzstandes in Marokko sah, wollte ich nach Marokko.<br />
Auf eine Liste „ideale Reisel&#228;nder f&#252;r alleinreisende Frauen“ w&#252;rde Marokko es wahrscheinlich nicht unter die ersten 10 schaffen.<br />
Und so war ich noch nie dort und verga&#223; diesen Wunsch oder ersetzte ihn durch die Idee nach &#196;gypten zu wollen. Auch dort war ich noch nie.</p>
<p>Aber das Universum vergisst W&#252;nsche ja nicht und erf&#252;llt sie uns, wenn wir am wenigsten mit ihnen rechnen.</p>
<p>Bevor ich also Ende November nach Luxor komme, betrat ich marokkanischen Boden. </p>
<p>Erstaunlicher Weise ist es erstmal recht frisch. Der Himmel ist bedeckt. Tapfer treten wir den langen Weg durch den Hafen an. Wir sind eine vergleichsweise gro&#223;e Gruppe. Die Erfahrung hat gezeigt, da&#223; es ab mehr als 4 Leuten anstrengend wird, wir sind zu siebt. Aber wir Frauen (3) haben uns m&#228;nnliche Begleitung (4) gew&#252;nscht und es ist eine ganz entspannte Gruppe.<br />
Keiner von uns hat einen Plan, aber alle ganz gute Instinkte. So gehen wir erstmal eine Weile bergauf.<br />
Fand ich es frisch?<br />
Die Luft ist schw&#252;l und klebrig und macht das Atmen schwer.<br />
Nach der steilen Stra&#223;e kommen Stufen und wieder eine Stra&#223;e &#8211; so hoch sah das von unten gar nicht aus! Einheimische winken uns ungefragt in eine Richtung: unser erster Bazar.<br />
Es ist Ramadan &#8211; wir hatten nicht damit gerechnet &#252;berhaupt offene Gesch&#228;fte zu finden!<br />
Nach l&#228;ngerem Umherirren treffen wir auf einen weiteren Bazar: H&#252;hner mit zusammengebundenen Beinen, durchaus lebendig, liegen neben Stapeln von frischer Petersilie und Minze. Kleine Fleischst&#228;nde und gro&#223;e St&#228;nde mit Teigwaren, die frisch auf einer Art Crepe-Platte zubereitet werden. Die fertigen Teilchen sehen klebrig s&#252;&#223; und lecker aus. Das finden auch die Wespen, die sich in hellen Scharen auf dem Geb&#228;ck tummeln.<br />
Dazwischen Gem&#252;se, Obst, St&#228;nde mit 5 verschiedenfarbigen Oliven, Datteln, getrockneten Feigen.</p>
<p>Neben ganz oder teilweise verschleierten Frauen und M&#228;nnern in Kaftanen und europ&#228;ischer Kleidung sehe ich viele Frauen in einheimischer Tracht: Spitze Strohh&#252;te mit nach au&#223;en gew&#246;lbter Krempe, die H&#252;te sind au&#223;erdem mit gr&#252;nen Wollb&#228;ndern verziert. Sie tragen wei&#223;e Blusen und bunte Umschlagt&#252;cher.</p>
<p>Ich traue mich nicht, Menschen zu lange anzusehen &#8211; mein Kollege raunt mir zu „Hier sind wir die Exoten.“ Recht hat er. Es f&#252;hlt sich seltsam an.</p>
<p>Nach 2 Stunden haben wir Kaffee-Durst. Wir machen uns wenig Hoffnung, ein Café zu finden. Wie gesagt, es ist Ramadan. Aber an einem gro&#223;en Platz haben wir Gl&#252;ck. Der Wirt spricht alle Sprachen und versichert uns, da&#223; Trinken, Essen, Rauchen bei ihm alles kein Problem sei. Und dann sitzen wir da mit unserem Café Arabienne oder dem frischen hei&#223;en Pfefferminztee und sehen uns das Treiben an, als pl&#246;tzlich der Muezzin zum Gebet ruft.<br />
Man kennt es aus Film und Fernsehen, aber das hier ist echt und ber&#252;hrend. Die Menschen um uns machen weiter wie bisher, ich halte innerlich inne und genie&#223;e diesen Moment, der mir klar macht, da&#223; ich tats&#228;chlich in einem sehr fremden Land bin.</p>
<p>Nach einer Stunde Kaffeepause sind wir gest&#228;rkt f&#252;r den n&#228;chsten Bazar, der eigentlich die Altstadt ist.<br />
Enge Gassen, die so verwirrend verlaufen, da&#223; wir nach kurzer Zeit die Orientierung verlieren. Alles was man l&#228;nger als 3 Sekunden ansieht, wird einem sofort angeboten. An einer Kreuzung warten wir auf einen Kollegen, der nach 5 Minuten ankommt und zwei fliegende H&#228;ndler im Schlepptau hat. Einer zupft auf einer schlecht gestimmten Laute und fragt „Willst Du mit mir wichsen?“<br />
Wir beschlie&#223;en, dieses Angebot nicht anzunehmen. „L&#228;h Shukran!“ bedeutet „Nein Danke!“ und ist unser wichtigster Satz an diesem Tag.</p>
<p>Schlie&#223;lich werden wir wieder an unseren Ausgangspunkt zur&#252;ckgesp&#252;lt. Mittlerweile traut sich auch die Sonne heraus, es ist schw&#252;l und stickig, die Stadt wacht auf: hupende Autos, Menschen, viel zu viele Menschen f&#252;r die schmalen B&#252;rgersteige&#8230; wie mu&#223; das erst in Kairo sein?<br />
Schlimmer! Versichert mir meine Kollegin. Mit wunden F&#252;&#223;en schleppen wir uns zur&#252;ck zum Schiff: Au revoir, Tanger!</p>
<p>Nachtrag Tanger 11</p>
<p>Tanger ist, als w&#252;rde man ein fremde Gew&#252;rz, vielleicht Koriander, das erste Mal probieren: erst schmeckt es fremd, vielleicht etwas fad und dann entwickelt sich langsam ein Geschmack, der einem nach anf&#228;nglichem Z&#246;gern zusagt oder den man ablehnt.</p>
<p>Nach 2 Jahren komme ich noch ein paar Mal her. Der Geruch, der irgendwie an eine alte Lagerhalle voller feuchter Pappkartons erinnert, ist der Gleiche, der Dreck auf den Stra&#223;en ist geblieben, aber meine Vorbehalte sind verschwunden. Und pl&#246;tzlich ist Tanger interessant:</p>
<p>Die Medina, die mir un&#252;bersichtlich und verwirrend erschien, ist nach mehrmaligen Besuchen vertraut. Ich mag bummeln und gucken und probieren und begreife, da&#223; es dazu geh&#246;rt, wenn mir alles angeboten wird, was ich ansehe, es aber kein Problem ist, wenn ich freundlich dankend ablehne.<br />
Einige H&#228;ndler erkennen mich wieder, wenn ich vorbeikomme und wir tauschen kurz H&#246;flichkeiten aus. Ich esse „T&#252;rkischen Honig“ vom Stra&#223;enh&#228;ndler und kleine Pastetchen aus eine B&#228;ckerei.</p>
<p>Und ich habe zwei Lieblings-Cafés gefunden:</p>
<p>„Le Salon Bleu“ befindet sich &#252;ber der Medina, direkt am Place Kasbah&#8230; der Eingang liegt aber etwas versteckt hinter dem Platz. Das Restaurant ist seinem Namen gerecht wei&#223;-blau, sehr geschmackvoll eingerichtet und hat 2 Dachterrassen. Von der ersten, einer Art Balkon f&#252;hrt eine enge gu&#223;eiserne Wendeltreppe auf das Dach, wo man in bequemen Polstern sitzen und auf der einen Seite &#252;ber die Medina bis zum Meer oder auf der anderen auf den Place Kasbah schauen kann, wo ein Schlangenbeschw&#246;rer aktiv wird, sobald Touristen auftauchen. <br />
Das „Zoco Chico“ befindet sich mitten in der Medina. Meine anf&#228;ngliche Zur&#252;ckhaltung allem Essen und Trinken gegen&#252;ber schwindet hier. Man bekommt unglaublich leckere Falaffel und selbstgemachte Minz-Zitronen-Limonade. </p>
<p>Die erwarteten Magenprobleme bleiben daf&#252;r aus. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.claudia-reimer.de/wp/?feed=rss2&#038;p=87</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

